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Geschichte und Reiseinformationen zu Spanien

Das Königreich Spanien (amtlich Spanisch Reino de España, Katalanisch Regne d'Espanya, Galicisch Reino de España, Baskisch Espainiako Erresuma) ist ein Staat, der sich zwischen dem 36-43° 47' nördlicher Breite und dem 9° 22' westlicher - 3° 20' östlicher Länge erstreckt. Spanien befindet sich, ebenso wie Portugal und das zum Vereinigten Königreich gehörende Gibraltar, auf der iberischen Halbinsel, von der Spanien sechs Siebtel einnimmt. Im Nordosten, entlang des Gebirgszuges der Pyrenäen, grenzt Spanien an Frankreich und den Kleinstaat Andorra. Außerdem gehören die Inselgruppen der Balearen, im Mittelmeer gelegen, und der Kanaren, im Atlantik, sowie die an der nordafrikanischen Küste gelegenen Städte Ceuta und Melilla zum Staatsgebiet. In Frankreich besitzt Spanien die Exklave Llivia. Außerdem gehören Spanien die vor der marokkanischen Küste gelegenen Inseln Islas Chafarinas, Peñón de Vélez de la Gomera, Alhucemas, Alborán und die Islas Columbretes. Die Zugehörigkeit der Insel Perejil ist zwischen Marokko und Spanien nicht geklärt.

Der spanische Nationalfeiertag wird am 12. Oktober anlässlich der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus gefeiert (Día de la Hispanidad).

Geschichte
Die Ureinwohner der Pyrenäenhalbinsel waren die Iberer, nach denen auch die Halbinsel benannt worden ist. Im 11. Jahrhundert v. Chr. siedelten sich die Phönizier an der Südküste an, deren Kolonien Cádiz (Gades) die berühmteste war. Die Bezeichnung Spanien leitet sich von der römischen Bezeichnung "Hispania" (phöniz. "Küste der Kaninchen") ab. Geprägt wurde das Land auch durch die jahrhundertelange arabische Vorherrschaft, deren Erbe sich sowohl in der Architektur als auch in der Sprache niedergeschlagen hat. Mit der Vertreibung der Mauren von der iberischen Halbinsel und der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus im Jahr 1492 stieg Spanien vorübergehend zur Weltmacht auf.

Autonome Regionen
Spanien gliedert sich administrativ in 17 Autonome Regionen oder Gemeinschaften (Comunidades Autónomas), vergleichbar den deutschen Bundesländern, und in die zwei autonomen Städte Ceuta und Melilla (Ciudades Autónomas).

Die Autonomen Regionen selbst gliedern sich ihrerseits in insgesamt 50 Provinzen (provincias), die fast alle nach ihrem jeweiligen Verwaltungssitz benannt sind.


Geographie
Spanien teilt sich die Iberische Halbinsel mit Portugal (im Westen) und der britischen Exklave Gibraltar (im Süden). Im Nordosten grenzt es an Andorra und, mit den Pyrenäen als Grenze, an Frankreich. Die zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln liegen vor der Westküste Afrikas. Spanien ist das drittgrößte Land Europas. Der höchste Berg Spaniens ist mit 3.718 m Höhe der Pico del Teide auf der Insel Teneriffa, die zu den Kanarischen Inseln gehört.

Die Städte Ceuta und Melilla liegen in Nordafrika und grenzen an das Mittelmeer sowie Marokko. Der nördlichste Punkt Spaniens ist die Estaca de Vares, der westlichste das Kap Toriñana, beide in Galicien, der südlichste die Punta Marroquí bei Tarifa, der östlichste das Kap de Creus. Die größte Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt 856 und von O. nach W. 1020 km.

Die Nordküste Spanien verläuft fast in gerader Linie und bildet nur zwischen Gijón und Avilés sowie zwischen Ribadeo und A Coruña (spanisch La Coruña) bedeutendere Vorsprünge nach Norden. Gegenüber den übrigen Küsten des Landes zeichnen sich diese Küstenabschnitte durch Schroffheit und schlechte Zugänglichkeit aus.

Ursächlich hierfür ist, dass hier die Gebirge fast überall dicht ans Meer heranrücken. Zugänglich sind diese Küstenabschnitte nur an den Mündungen der Flüsse und der tief in das Land einschneidenden Meeresarme (Rías), die insbesondere an der Küste von Galicien häufig auftreten. Auch die Westküste Spaniens trägt im ganzen diesen Charakter; doch ist sie viel zugänglicher als der Norden, da hier die Gebirge nur in den Kaps bis an das Meer herantreten und sich im Hintergrund der Rias gewöhnlich Ebenen befinden.

Charakteristisch für die Süd- und Ostküste sind dagegen eine Anzahl weiter, flacher Meerbusen und dazwischen befindliche, in felsige Vorgebirge endende Landvorsprünge. Diese Abschnitte sind gegliederter als die Nord- und Westküste und besser zugänglich. Die wichtigsten Buchten der Südküste sind von Westen nach Osten die Golfe von Cádiz, Málaga und Almería sowie die Bucht von Cartagena, an der Ostküste die Bahía von Alacant (spanisch Alicante) und der Golf von Valencia. Die größten Flüsse Spaniens sind der Duero, der Tajo und der Ebro.

Die Vegetation der Iberischen Halbinsel teilt sich in drei große Bereiche auf:

    * Vegetation des feuchten Spanien: Eichen, Buchen
    * Vegetation des trockenen Spanien: immergrüne Eichen (Steineichen, Korkeichen), Pinien
    * Vegetation der Gebirge je nach Höhe: Steineichen, Korkeichen, Eichen, Kastanien, Wiesen, Tundra

Intensiver Anbau von Kulturpflanzen erfordert Bewässerungsanbau.


Bevölkerung
In Spanien werden überwiegend die iberoromanischen Sprachen Spanisch (Castellano), Katalanisch und Galicisch, sowie das Baskische gesprochen. Daneben existieren einige Minderheitensprachen, welche von einer sehr geringen Anzahl von Menschen gesprochen wird. Zu diesen zählt Aragonesisch und Aranesisch. Die spanische Sprache ist im gesamten Staatsgebiet Amtssprache, während die anderen drei nur in manchen Gebieten diesen Status genießen.

Spanien ist ein vorwiegend katholisches Land. 94% der Staatsbürger sind nach dem Ritus der römisch-katholischen Kirche getauft und gehören ihr - nach Meinung der Kirche - somit auch an. Demgegenüber haben im Jahre 2002 im Rahmen einer Studie des staatlichen Meinungsforschungsinstitutes Centro de Investigaciones Sociológicas nur 80 Prozent der Befragten angegeben, Katholiken zu sein. Zwölf Prozent bezeichneten sich als nicht religiös, ein Prozent als Angehörige anderer Religionsgruppen (v.a. evangelische Christen, Zeugen Jehovas und Muslime).

Kultur

    * Literatur: Miguel de Cervantes, Rosalía do Castro, Federico García Lorca, Javier Marías
    * Musik: Flamenco, Manuel de Falla
    * Film: Pedro Almodóvar, Julio Médem, Luis Buñuel
    * Malerei: Pablo Picasso, Salvador Dalí, Diego Velázquez, El Greco, Joan Miró, Francisco de Goya, Bartolomé Esteban Murillo
    * Bildhauerei: Eduardo Chillida
    * Architektur: Antonio Gaudi, Santiago Calatrava


Medien
Die meisten überregionalen Tageszeitungen erscheinen in der Hauptstadt Madrid: El País (durchschnittliche Auflage im Jahr 2003 ca. 561.000 Exemplare), El Mundo (379.000), ABC (346.000) und La Razón (205.000). In Barcelona erscheinen La Vanguardia (240.000) und die wichtige regionale Zeitung El Periódico de Catalunya (221.000). Von Bedeutung sind auch täglich erscheinende Sport-Medien wie Marca (549.000) und As (303.000), die meisten Spanier lesen jedoch Regionalzeitungen, fast jede größere Stadt im Land hat hier ein Angebot, beispielsweise Diario de Sevilla oder auch Diario de Mallorca (spanischsprachig).

Die staatliche Fernsehanstalt Televisión Española betreibt zwei Sender, TVE 1 und TVE 2. Private TV-Programme sind Antena 3, Telecinco und Canal+. Hinzukommen regionale Fernsehsender. Im Bereich des digitalen Fernsehens gibt es die Angebote Digital+ und Auna.


Sport
Fußball ist in Spanien der mit Abstand wichtigste Publikums- und auch ein viel betriebener Breitensport. Weitere Mannschaftssportarten sind Basketball, Handball und Volleyball, an den Universitäten erfreut sich außerdem Rugby großer Beliebtheit.

Der Motorsport, insbesondere Rallye (Carlos Sainz ist derzeit der bekannteste spanische Fahrer), Formel 1 (Fernando Alonso) und Motorradrennen (Dani Pedrosa) genießen die Aufmerksamkeit der Zuschauer.

Ein großes Radsportereignis ist die Vuelta, weitere international beachtete Rennen sind die Baskenland-Rundfahrt, die Katalonien-Rundfahrt und das Clásica San Sebastián. Bedeutende Individualsportarten sind Tennis, Padel, eine relativ neues, dem Tennis ähnliches Spiel, und Golf. Im Nordosten Spaniens wird Pelota, der baskische Nationalsport, gespielt.

Ein typisch spanisches Spektakel ist der Stierkampf, der in der Regel jedoch nicht als Sportart angesehen wird. Nach Meinung seiner Anhänger ist er als eine Kunst anzusehen, in der Eleganz und Ästhetik eine wichtige Rolle spielen. In den Augen vieler Kritiker stellt er eine archaische und brutale Tradition dar, die es aufgrund der mit ihr verbundenen Tierquälerei nicht wert ist, in ihrer heutigen Form fortgeführt zu werden.

   
 

 

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